Beobachtungsregister24 Hunde. Eine Praxis. Ein Frühjahr. Zwei Zahlen pro Hund.
Warum wir angefangen haben mitzuschreiben
WIR HABEN HIER NICHTS AUFGEBAUT. Kein Versuch, keine Gruppen, keine Auswahl. Wir haben nur angefangen aufzuschreiben, was ohnehin durch unsere Tür kam.
Der Anlass war eine Frage von einer Kollegin im März. Sie wollte wissen, warum wir jedes Frühjahr dieselben Fälle sehen, obwohl fast alle diese Hunde behandelt sind. Ich hatte darauf keine Antwort, die ich selbst überzeugend fand.
Also haben wir bei jedem Hund zwei Zahlen notiert, die man normalerweise nicht trennt. Erstens, wie viele Zecken der Halter im Beobachtungszeitraum gefunden hat. Zweitens, wie viele davon festgebissen waren.
Womit ein Hund geschützt war, hat niemand von uns entschieden. Das hatten die Halter längst entschieden, bevor sie zu uns kamen. Wir haben es nur in dieselbe Zeile geschrieben.
Vierundzwanzig Hunde über fünf Monate. Einige davon kenne ich seit Jahren. Drei haben den Zeitraum nicht überstanden. Ihre Einträge stehen hier mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Halter, und wir haben nichts weggelassen.
Bruno · Mischling, 7 Jahre
Befund: Babesiose Ende Mai. Brauner Urin, Fieber 41,2. Hämatokrit 16 Prozent. Vier Tage stationär, zwei Transfusionen. Überlebt.
Kessy · Labrador, 4 Jahre
Befund: unauffällig
Amy · Australian Shepherd, 9 Jahre
Befund: unauffällig
Milo · Jack Russell, 3 Jahre
Befund: Anfang Juni Vorstellung mit Nasenbluten und punktförmigen Einblutungen am Bauch. Thrombozyten 42.000. Anaplasmose. Behandelt, erholt.
Verstorben
Tanja · Rottweiler, 7 Jahre
Befund: Zecke am 2. Juni beim Entfernen abgerissen, Mundwerkzeuge verblieben. Lokale Entzündung, Antibiose. Am 19. Juni Vorstellung mit Fieber, braunem Urin und Gelbfärbung der Schleimhäute. Hämatokrit 11 Prozent. Nierenwerte im Verlauf ansteigend. Trotz Transfusion und Intensivtherapie in der Nacht verstorben.
Lotte · Dackel, 11 Jahre
Befund: unauffällig
Nala · Beagle, 2 Jahre
Befund: Anaplasmose Anfang Juli. Fieber, Lahmheit wechselnder Gliedmaßen. Behandelt, erholt.
Falko · Schäferhund-Mix, 5 Jahre
Befund: unauffällig. Die festgebissene Zecke wurde am Folgetag entfernt, Kontrolle nach drei Wochen ohne Auffälligkeiten.
Zwischenstand nach acht Hunden
177 Zecken gefunden. 143 davon festgebissen.
Die 34 Ausnahmen entfallen auf drei Hunde.
Emma · Golden Retriever, 6 Jahre
Befund: unauffällig
Fina · Pudel, 5 Jahre
Befund: unauffällig
Rocco · Boxer, 8 Jahre
Befund: Ehrlichiose im Juni. Sechs Wochen wiederkehrendes Fieber, Gewichtsverlust von neun Kilogramm, wiederholtes Nasenbluten. Langzeitbehandlung läuft, Blutwerte weiterhin nicht im Normbereich.
Sam · Border Collie, 4 Jahre
Befund: unauffällig
Balu · Berner Sennenhund, 3 Jahre
Befund: unauffällig
Verstorben
Benno · Mischling, 10 Jahre
Befund: Babesiose Mitte Mai. Die Halterin hat ihn morgens im Flur liegend gefunden, aufstehen nicht mehr möglich. Vorstellung rund 40 Stunden nach den ersten Anzeichen. Hämatokrit 9 Prozent, Kreislauf bei Ankunft bereits nicht mehr stabil. Verstorben.
Ida · Labrador-Mix, 8 Jahre
Befund: Babesiose im Juni. Zwei Transfusionen, fünf Tage stationär. Überlebt, Leberwerte bis heute erhöht.
Kira · Weimaraner, 6 Jahre
Befund: unauffällig. Halterin geht täglich am Auwaldrand spazieren.
Zwischenstand nach sechzehn Hunden
326 Zecken gefunden. 269 davon festgebissen.
Alle 57 Ausnahmen entfallen auf sechs Hunde. Diese sechs tragen dasselbe.
Odin · Husky, 6 Jahre
Befund: unauffällig
Nero · Dobermann, 5 Jahre
Befund: unauffällig
Paula · Mischling, 13 Jahre
Befund: unauffällig
Juno · Magyar Vizsla, 4 Jahre
Befund: unauffällig. Jagdhund, täglich im Feld.
Verstorben
Wilma · Cocker Spaniel, 12 Jahre
Befund: Babesiose Ende April. Zusammenbruch beim Spaziergang, Vorstellung noch am selben Abend. Hämatokrit 13 Prozent, im Verlauf Anurie. Nierenversagen. Nach zwei Tagen auf Wunsch der Halterin eingeschläfert.
Anton · Mischling, 9 Jahre
Befund: unauffällig
Cleo · Whippet, 2 Jahre
Befund: unauffällig
Greta · Deutsch Kurzhaar, 7 Jahre
Befund: unauffällig. Von allen Anhänger-Hunden im Register der mit den meisten gefundenen Zecken.
Gesamtstand
| Schutz | Hunde | Gefunden | Festgebissen |
|---|---|---|---|
| Kein Schutz | 2 | 85 | 85 |
| Wirkstoff im Blut oder Halsband | 12 | 280 | 280 |
| Anhänger, Pflanzenöl | 10 | 123 | 6 |
Was uns aufgefallen ist
In den ersten beiden Zeilen der Tabelle stehen zweimal dieselben Zahlen nebeneinander. Bei vierzehn von vierundzwanzig Hunden war jede einzelne gefundene Zecke eine festgebissene.
Das ist kein Zufall und es liegt auch nicht an schlechten Präparaten. Es liegt daran, wie sie gebaut sind.
Der Wirkstoff einer Kautablette oder eines Spot-on sitzt im Blut des Hundes. Damit er überhaupt anspringen kann, muss die Zecke beißen und saugen. Erst dann nimmt sie ihn auf, erst dann stirbt sie, nach vier bis acht Stunden.
Nur überträgt eine Zecke das, was sie überträgt, während sie saugt.
Das heißt: Bei Bruno, bei Tanja, bei Benno hat das Mittel funktioniert. Die Zecken sind gestorben. Sie sind nur zu spät gestorben.
Der Biss ist in diesem Prinzip nicht der Fehler. Er ist die Bedingung. Und deshalb ändert der Wechsel auf ein teureres Präparat daran nichts. Schneller töten heißt immer noch: erst nach dem Biss.
Ein Punkt ist uns dabei wichtig, weil er der häufigste Einwand ist, den wir zu diesem Register hören. Es liegt nicht daran, dass die Hunde aus der dritten Zeile weniger Zecken abbekommen hätten. Greta hat einundzwanzig gehabt, Juno neunzehn, Kira sechzehn. Das sind Zahlen wie bei den anderen auch, und beide gehen täglich ins Feld.
Der Unterschied liegt ausschließlich in der zweiten Zahl.
Bei zehn Hunden im Register stehen in den beiden Zeilen unterschiedliche Werte. Diese zehn haben etwas getragen, das nach einem anderen Prinzip arbeitet.
Das andere Prinzip
Nicht töten, sondern fernhalten. Der Gedanke ist alt, Schäfer arbeiten seit Generationen mit Kräutern am Halsband. Neu ist die Technik dahinter.
Die zehn Hunde tragen einen Anhänger von Flofrei. Darin sitzen mikroverkapselte Pflanzenöle, Zitronella, Pfefferminz und Kamille. Die Körperwärme des Hundes öffnet die Kapseln nach und nach, über Monate, und legt eine Duftschicht über das Fell.
Zecken haben keine Augen. Sie finden deinen Hund über Geruch, Wärme und Atem. Genau diese Signale werden überlagert, bevor die Zecke ankommt.
Deshalb sieht die zweite Zeile bei diesen Hunden anders aus. Es landen weiterhin Zecken im Fell, und zwar reichlich. Sie setzen sich nur überwiegend nicht fest.
Flofrei wirkt vor dem Biss, nicht erst danach. Zwölf Monate, einmal aufs Halsband geschoben. Kein Wirkstoff im Blut, nichts, das monatlich durch Leber und Nieren muss. Regen und Baden sind egal.
Was dieses Register nicht ist
Es ist keine Studie. Vierundzwanzig Hunde, eine Praxis, ein Frühjahr. Die Halter haben ihre Zecken selbst gezählt, und Menschen zählen ungenau.
Und es beweist keinen vollständigen Schutz. Sechs von hundertdreiundzwanzig Zecken haben sich auch bei den Anhänger-Hunden festgesetzt. Hundertprozentig gibt es bei keinem Prinzip und bei keinem Präparat.
Absuchen nach dem Spaziergang bleibt. Daran ändert der Anhänger nichts, und wer dir etwas anderes verspricht, will dir etwas verkaufen.
Was Halter uns dazu fragen
- Ohne Wirkstoff, wie soll das funktionieren?
- Es wirkt nicht im Hund, sondern über dem Fell. Eine Zecke sucht ihr Ziel über Geruch. Wenn dieser Geruch nicht stimmt, steigt sie seltener auf. Das ist der ganze Mechanismus, und er ist derselbe, aus dem du Mücken mit einem Spray fernhältst.
- Ist das nicht dasselbe wie eine Bernsteinkette?
- Nein. Bernstein gibt nichts ab. Hier werden über Monate hinweg messbare Mengen ätherischer Öle freigesetzt, gesteuert über die Körperwärme des Hundes. Ob es bei deinem Hund reicht, siehst du an derselben Zahl, die wir hier notiert haben: wie viele der gefundenen Zecken festgebissen waren.
- Ich habe auch Katzen im Haushalt.
- Der Anhänger sitzt am Halsband des Hundes und wird nicht auf die Haut aufgetragen. Trotzdem gilt: Katzen reagieren auf einige ätherische Öle empfindlicher als Hunde. Wenn deine Katze eng mit dem Hund kuschelt, sprich das mit deinem Tierarzt durch, bevor du wechselst.
- Mein Hund schwimmt in jedem Bach.
- Die Kapseln sitzen im Material des Anhängers, nicht im Fell. Wasser spült nichts ab. Falko aus dem Register ist ein Wasserhund.
- Riecht das in der Wohnung?
- Aus einem halben Meter Abstand nimmt man einen leichten Kräutergeruch wahr, ähnlich wie bei Zitronenmelisse. Nach zwei bis drei Tagen fällt er den meisten Haltern nicht mehr auf.
Wenn du das ausprobieren willst
Der Anhänger läuft zwölf Monate. Du schiebst ihn einmal auf das Halsband und der monatliche Termin im Handy ist weg.
Weniger als eine einzige Zeckenkontrolle in meiner Praxis
Zu jedem Anhänger ein Halsband gratis dazu
Mengenrabatt für den Zweit- und Dritthund
Geld-zurück-Garantie
Die Garantie ist absichtlich an der Zahl aus diesem Register aufgehängt. Findest du eine festgebissene Zecke, bekommst du alles zurück.
Zum Anhängerflofrei.com